Verleihungsurkunden und historische Dokumente

Großherzogtum Baden

Urkunde zur "Gedächtnis-Medaille für 1849"

 

Unter der Badischen Revolution von 1848/1849 versteht man den regionalen Ablauf der fast ganz Mitteleuropa erfassenden revolutionären Unruhen dieser Jahre im Großherzogtum Baden.

Als Teil der bürgerlich-liberalen „Märzrevolution“ in den Staaten des Deutschen Bundes war die Revolution im südwestdeutschen Baden wesentlich getragen von radikaldemokratischen Einflüssen: Sie erstrebte eine badische – im übergeordneten Kontext auch deutsche – Republik unter der Souveränität des Volkes, und richtete sich gegen die Fürstenherrschaft.

Ihre Höhepunkte waren der Hecker-Aufstand im April 1848, der Struve-Putsch im September 1848 und der auch als „Mai-Revolution“ bezeichnete, bürgerkriegsähnliche Ausmaße annehmende Aufstand im Rahmen der Reichsverfassungskampagne ab Mai 1849. Die Revolution endete am 23. Juli 1849 mit der militärischen Niederschlagung der letzten Erhebung und der Einnahme der Festung Rastatt durch Bundestruppen unter preußischer Führung.

Die Medaille wurde am 29. August 1849 durch den Großherzog Leopold gestiftet.

Ausgezeichnet wurden alle Mitstreiter, die den letzten Feldzug 1849 gegen die Rebellen in Baden tadellos mitgemacht haben. Empfangsberechtigt waren alle Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten und Kriegsbeamte die 1849 mit der Armee zur Bekämpfung des Aufstandes in das Großherzogtum Baden eingerückt waren. Die Auszeichnung wurde besonders den deutschen Hilfstruppen verliehen die bei der Niederwerfung des Aufstandes beteiligt waren. Die Gedächtnismedaille wurde im Volksmund zur „Brudermordmedaille“.

Es kommen Nachprägungen vor bei denen als Unterschied der Buchstabe K unter dem Kranz fehlt. Auch sind Nachbildungen mit gewöhnlicher Öse bekannt. Stempelschneider war Kachel, deshalb das „K“ unter der Schleife. Von Offizieren wurden diese Medaillen auch eigenmächtig vergoldet sind aber so nicht offiziell verliehen worden.

Diese Verleihungsurkunde zur „Gedächtniß-Medaille für 1849“ wurde am 29. August 1849 in „Carlsruhe“ vom „Gr. Bad. Kriegs Ministerium“ ausgestellt für den „Canonier Daniel Nebhuth im Großherz. Heß. Artilleriecorps“. Die Urkunde trägt die Faksimile-Signatur des damaligen badischen Kriegsministers (vom 16. Juni 1849 bis zum 7. April 1854) August von Roggenbach*. Das Urkundenformat beträgt im zugeklappten Zustand (Doppelblatt!) 220 x 340 mm.

*Franz Xaver August Freiherr von Roggenbach (* 20. Februar 1798 in Schopfheim; † 7. April 1854 in Karlsruhe) baute als Kriegsminister des Großherzogtums Baden (1849–1854) die badische Armee nach dem Militäraufstand des Jahres 1849 neu auf.

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Großdeutsches Reich

Heldentod-Urkunde (Luftwaffe)

 

Die vorgestellte Urkunde (Format 140 x 200 mm) bestätigte den Angehörigen des am 9. Juli 1942 verstorbenen  Feldwebel Horst Pilz, dass ihr Familienmitglied den „Heldentod für F.., Volk und Vaterland“ gestorben ist. Warum man bei diesem Vordruck das Wort „gefallen / fiel“ zu Gunsten von „starb“ verwendete, ist mir nicht bekannt. Es ist aber wohl  kaum von einem natürlichen Tod auszugehen (?).

Das späte Ausstellungsdatum 21. Mai 1943 zeigt, dass die Wege der Bürokratie auch in Kriegszeiten lang, zeitraubend und intakt waren.

Die Urkunde weist neben dem Dienststempel die originale Signatur von Major Jürgen de Lalande*  als Kommandeur auf.

*De Lalande war Träger des „Deutschen Kreuzes in Gold“, verliehen am 15.10.1942

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Deutsches Reich / "Weimarer Republik" (Freikorps)

Urkunden zum EK 2 (von 1914) und zum "Schlesischen Adler" 1. Stufe

 

Das hier vorgestellte Urkunden-Duo für Herrn Franz Kania aus Pleß in Oberschlesien beinhaltet neben dem ihm zu Ende des 1. Weltkrieges verliehenen „Eisernen Kreuz 2. Klasse“ auch ein „Vorläufiges Besitzzeugnis“ zum „Schlesischen Bewährungsabzeichen (Schlesischer Adler) der 1. Stufe“ für seine Verdienste um den Schutz Oberschlesiens im Kampf gegen den inzwischen dritten expansiven Polen-Aufstand.

Die „Vorläufiger Ausweis“ genannte Verleihungsurkunde zum „Eisernen Kreuz 2. Klasse“ mit mittiger Abbildung des EK wurde für den Schützen Franz Kania von der Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilung 31 ausgestellt am 28. September 1918 und original signiert vom Hauptmann und Abteilungskommandeur Freiherr von Liliencron.

Zum Duo gehört die als „Vorläufiges Besitzzeugnis“ bezeichnete Verleihungsurkunde zum „Schlesischen Bewährungsabzeichen (Schlesischer Adler) 1. Stufe“ für Franz Kania vom 30. September 1921. Die mit dem Stempel der „Leitung Selbstschutz Oberschlesien“ gesiegelte Urkunde hat das Format 189 x 239 mm. Neben der Abbildung des „Schlesischen Adlers“ auf der Urkunde trägt das Dokument auch sehr interessante Autographen als Signatur:

Linksseitig auf der Urkunde signierte mit Kapitänleutnant Lensch der Führer des Selbstschutz-Bataillons Marienburg und rechtsseitig auf der Urkunde signierte Oberstleutnant

a. D. Grützner, der Führer der Gruppe Nord im Selbstschutz Oberschlesien.

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